Prof. Dr. Ulrike Niklas: Wenn die Schlange zubeißt … Aspekte einer toxikologischen Behandlung in einheimischen indischen Medizinsystemen

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1. Was fasziniert dich an Ayurveda?

An Ayurveda fasziniert mich, dass es sich um ein GANZHEITLICHES System handelt – der gesamte Mensch (und nicht nur die eine kranke Körperstelle) wird beachtet. Auch besteht m.E. eine bessere innere Verbindung im Verständnis des Zusammenhanges zwischen Physis und Psyche (die Psychosomatik ist in der Allopathie doch nur ein Stiefkind)

2. Was war das beeindruckendste Erlebnis, das du mit Ayurveda hattest?

Mehrteilige Antwort: (A) Ich LIEBE Ayurvedische Massagen!! – (B) Ich war tief beeindruckt von der sehr traditionellen Ayurvedin-Familie, die ich in Kerala kennenlernen durfte. Insbesondere der alte Großvater strahlte eine ungeheure Weisheit aus. In diesem Haus konnte ich auch die enge Verbindung zwischen Ayurveda-Medizin und regionaler Natur erkennen. – (C) Eine Episode, die ich als relativer Indien-Neuling miterlebte: ein deutsches Ehepaar, das – wie ich damals – in der Kleinstadt Thanjavur wohnte. Die junge Frau hatte in einer Woche vergessen, dass sie ihre Wochenration an Malaria-Prophylaxe (damals war es Fansidar, glaube ich – 1 pille pro Woche) bereits eingenommen hatte und nahm 1 oder 2 Tage später noch eine Tablette ein. Das führte sehr schnell zu einer akuten Leber-Kondition. Der Ehemann trug seine Frau von Krankenhaus zu Krankenhaus – nirgendwo wollte man sich um sie kümmern, weil man sie für todgeweiht hielt und sich nicht mit einer sterbenden Europäerin im Krankenhaus belasten wollte. In seiner Verzweiflung brachte der Ehemann seine Frau schliesslich in ein kleines ayurvedisches Krankenhaus – aus dem sie einige Tage später annähernd genesen wieder entlassen wurde. – Auch in “meiner” Kerala-Ayurvedin-Familie sagte man mir, dass der Ayurveda sehr gut mit Vergiftungserkrankungen umgehen könne und vor allem Spätfolgen zu verhindern wisse.

3. Welchen Nutzen hat dein Vortrag für Unternehmer in der digitalen Welt?

Nun – ich richte mich natürlich nicht zuerst und vornehmlich an Unternehmer : mein Interesse ist indologischer Natur. Trotzdem denke ich, dass einige Erkenntnisse aus der traditionellen Toxikologie durchaus für pharmazeutische Überlegungen interessant sein könnten – sofern man sich auf eine Interpretation und Untersuchung einlassen mag. Der Bezug zur DIGITALEN Welt? Ich halte digitale Lehrveranstaltungen, Workshops, Kongresse etc. für sehr interessant, da man ein weltweites Publikum erreichen kann (wenn man will) – ohne hohe Reisekosten etc. verbuchen zu müssen. Das Thema hat keinen besonderen Bezug zur digitalen Welt – läßt sich aber auf digitalem Weg schneller und besser verbreiten und diskutieren, als in Präsenzveranstaltungen. Zudem läßt sich durch die Möglichkleit der Aufzeichnung und eventuellen Wiederverwendung von Vorträgen eine größere “Nachhaltigkeit” in der Verbreitung von Wissen erreichen.
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